Der Igel lehrt es uns: Wer Köpfchen hat, muss die Großen nicht fürchten. In der Fabel „Der Hase und der Igel“, veröffentlicht 1843 von den Gebrüdern Grimm als Nr. 187 in der 5. Auflage der Kinder- und Hausmärchen, liefern sich Hase und Igel ein Wettrennen mit überraschendem Ende. Die Leser und Zuhörer werden staunen, wie einfach der scheinbar kleine Igel zu einem ernstzunehmenden Gegner für den hochmütigen Hasen wird.

 





Das Märchen "Der Hase und der Igel" ist in leicht abgewandelter Form, im Originaltext abgedruckt und deshalb in alter deutscher Sprache, jedoch in neuer Rechtschreibung, zu lesen. Und wer sich nicht mehr so recht an die Geschichte erinnern kann, hier ein kleiner Auszug aus dem Märchen „Der Hase und der Igel“:

 

... Als der Igel den Hasen zu Gesicht bekam, da wünschte er ihm einen freundlichen guten Morgen. Der Hase aber, der auf seine Weise ein vornehmer Herr war und grausam hochmütig dabei, antwortete nichts auf des Igels Gruß, sondern sagte zum Igel, wobei er eine gewaltig höhnische Miene annahm: „Wie kommt es denn, dass du hier schon so früh am Morgen im Felde herumläufst?“ „Ich gehe spazieren“, sagte der Igel. „Spazieren?“ fragte der Hase lachend. „Mir deucht, du könntest die Beine auch wohl zu besseren Dingen gebrauchen!“ Diese Antwort verdross den Igel ungeheuer, denn alles konnte er vertragen, aber auf seine Beine ließ er nichts kommen, eben weil sie von Natur aus schief waren. „Du bildest dir wohl ein“, sagte nun der Igel zum Hasen, „dass du mit deinen Beinen mehr ausrichten kannst?“ „Das denke ich“, sagte der Hase. „Das kommt auf einen Versuch an“, meinte der Igel. „Ich setze drauf, wenn wir um die Wette laufen, dann überhole ich dich.“ „Das ist ja zum Lachen, du mit deinen schiefen Beinen“, sagte der Hase, „aber meinetwegen mag es sein, wenn du so übergroße Lust hast. Um was wetten wir?“...